Ein Tag meines Sohnes

Morgens um 7 Uhr klingelt der Wecker. Es ist wieder so weit, der Sonnensang Kindergarten wartet schon. Mein Sohn Kevin steht schnell auf, dann geht es ab in das Badezimmer, schon beim Zähneputzen ist er recht aktiv – natürlich, wie immer. Anziehen. Jetzt ist Herbstwoche in dem Kindergarten. Also nur in den Herbstfarben wird gekleidet: Ockerfarbene Cordhose und dunkelgrüner Pulli wird angezogen. Dann ab nach unten in die Küche, schnell kontrollieren, ob alles eingepackt ist und ab zum Frühstück.
pferdKevin hilft mir schnell noch beim Saftpressen mit unserer Braun Multiquick - er liebt Orangensaft über alles. Dann noch schnell die Brotzeit eingepackt. Schnell wird alles gegessen und getrunken und ab geht´s.
Auf dem Weg wird noch den Nachmittag besprochen. Im Kindergarten wartet Kati schon auf den kleinen, denn heute ist „Singtag“. Er spielt und singt den ganzen Vormittag. Nach dem Mittagessen hole ich ihn auch schon ab. Er kann schon kaum das Nachmittagsprogramm abwarten. Schnell noch heim, umziehen, und ab in den Reitstall. Er hilft mir unser Pferd putzen und schaut mir auch beim Reiten zu.
Am Schluss kommt dann er dran. Auf seinen besten Freund – und schön im Schritt – wird Kreis für Kreis gegangen. Er liebt es und es entspannt auch ganz gut.
Nach 20 Minuten wird er schon müde und wir bringen unser Pferd wieder in den Stall. Kevin ist jetzt schon so richtig gut gelaunt. Er sitzt hinten im Auto und grinst ganz stolz. Schön, sowas zu sehen.
Auf dem Heimweg holen wir noch Papa ab. Im Auto entscheiden wir uns, dass es heute Pizza gibt. Denn Zeit zum Kochen bleibt leider nicht mehr. Papa bestellt sie beim Italiener bei uns in der Nähe. Der hat den besten Pizzamoden – so richtig kross und lecker.
Nach dem Abendessen wird noch geduscht, dann den Schlafanzug anziehen und ab ins Bett. Ich lese ihm noch eine kurze Geschichte vor. Natürlich nur über Pferde – und danach schläft er auch schon ein. Ein Tag von meinem kleinen Prinzen – voll mit Erlebnissen.

Todmüde, aber glücklich

babyKein Gehalt, keine Vorteile, kein Schlaf: Die Mutterschaft ist der härteste Job der Welt. Aber bestimmt der beste Job!

Und jeder Tag ist eine Probe:

  • 4:00 Uhr – Das Baby schreit. Ich höre es über das Babyphone. Das Baby schreit laut. Ich stehe auf.
  • 5:00 Uhr – Das Baby schreit wieder. Ich will das Babyphone wegwerfen.
  • 5:50 Uhr – Fast eine Stunde später bin ich wieder im Bett und versuche zu schlafen.
  • 6:00 Uhr – Der Wecker klingelt. Es ist draußen noch dunkel. Obwohl ich keine Lust darauf habe, komme ich aus dem Bett raus. Kaffeetrinken, Zähneputzen.
  • 6:30 Uhr – Ich wecke mein großes Kind auf. Es weint, möchte nicht aufstehen.
  • 6:31 Uhr – Das Baby wacht auf und fängt wieder an zu schreien. Windeln wechseln, den Schnuller suchen, Füttern.
  • 6:50 Uhr – Ich versuche das Kind noch einmal zu wecken. Es weint, aber diesmal steht auf.
  • 7:10 Uhr – Ich fahre mein Kind zum Kindergarten.
  • 7:40 Uhr – Mit dem Baby zurück nach Hause.
  • 8:00 Uhr – Putzen, Waschen, Bügeln, Geschirrspülen, Wäscheaufhängen. Und natürlich bin immer mit einem Ohr am Babyphone.
  • 13:00 Uhr – Das Baby ist gefüttert und schläft. Es wird immer schwieriger, Baby und Haushalt unter einen Hut zu kriegen. Ich bin erschöpft, aber habe ein bisschen Zeit zu erholen.
  • 14:30 Uhr – Laute Schreie. Diese klingen auch nicht angenehmer, auch wenn das Babyphone von der Stiftung Warentest getestet wurde. Anscheinend bin ich auf dem Sofa sofort eingeschlafen. Wieder muss ich Windeln wechseln, das Baby füttern und so weiter und so fort.
  • 15:30 Uhr – Mit dem Baby im Supermarkt. Obwohl es satt und ausgeschlafen ist, fängt es an zu weinen sobald wir den Supermarkt betreten. Alle Leute starren uns an, ich beeile mich so gut es geht und vergesse immer etwas einzukaufen.
  • 16:30 Uhr – Ich nehme mein großes Kind aus dem Kindergarten und wir alle gehen nach Hause.
  • 17:00 Uhr – Wir kamen nach Hause und 15 Minuten später versank alles im Chaos.
  • 19:00 Uhr – Die Windeln wurden gewechselt. Das Baby ist satt und das Abendessen ist fertig.
  • 22:00 Uhr – Beide Kinder schlafen im Bett und strahlen Ruhe und Liebe aus. Am Ende des Tages bin ich todmüde, aber wirklich glücklich. Das Glück, das ich erlebe, weil ich ihre Mutter sein kann, lässt sich mit nichts anderem vergleichen.
  • 22:30 Uhr – Ich schlafe gleich ein. Die Signalleuchte des Babyphones strahlt ein beruhigendes grünes Licht im Schlafzimmer aus. Hoffentlich ändert sich die Farbe der Signalleuchte nicht in grelles Rot. Aber soviel Glück werde ich auch in der Nacht nicht haben.

Nichts ist von Dauer

Wir alle haben mit Verlusten zu kämpfen, es gibt niemanden, der davon ausgenommen ist. Wenn wir einen Gegenstand mit aller Kraft festhalten, dann fühlen wir nach einer Weile nur noch unseren festen Griff, die Hand, die langsam steif und unbeweglich wird, denn die Beschaffenheit oder das Gewicht des Gegenstandes können wir nicht mehr spüren. Und am Ende spüren wir selbst unseren Griff nicht mehr. Das Gleiche geschieht, wenn wir einen geliebten Menschen besitzen oder festhalten wollen. Durch das krampfhafte Klammern spüren wir nur noch uns selbst und verlieren oft das Gefühl für das Wesen des anderen. Dennoch versuchen wir alles festzuhalten. Wir halten an Situationen fest, materiellen Dingen, an Gefühlen, an Erinnerungen. Ich habe von meinen vielen Lehrern gelernt, dass wir uns letztendlich nur selbst wirklich glücklich machen können.

YogaSunset_000020910588_SmallJe unabhängiger und freier unsere Liebe von Erwartungen ist, je weniger wir uns von materiellen Dingen abhängig machen, desto reiner und erfüllter wird unser Leben sein. Andere Menschen oder auch materielle Dinge können vielleicht für kurze Zeit Befriedigung schenken, aber niemals Frieden. Ist der Trennungsschmerz akut, versuchen Sie, sich täglich neu zu beobachten und zwischen echtem Leid und Selbstmitleid zu unterscheiden. Versuchen Sie sich zu stoppen, wenn Sie die Ur-Fragen überfallen: Warum war ich nicht da? Wie konnte das passieren? Warum gerade ich? Und so weiter. Wenn Sie sich dabei ertappen, dass diese Fragen, in denen niemals Heilung oder Antworten liegen, ihre Gedanken besetzen, versuchen Sie, sich nicht auf sie einzulassen. Wenn Sie sich von Ihren Gedanken in Selbstmitleid, in graue Zukunftsvisionen oder in schmerzhafte Erinnerungen hineinsteigern lassen, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt. In dem Moment, in dein Sie sich der Manipulation durch lose Gedanken bewusst werden, wird sich ihr Bewusstsein in die Gegenwart verschieben, in der Sie konkrete Hilfe annehmen können, statt sich nur immer fruchtlos im Kreis zu drehen. Die Heilung liegt nicht in der Vergangenheit und auch leicht in der Zukunft, sie kann nur in der Gegenwart liegen, denn nur die Gegenwart ist wirklich da.

Sein Schicksal anzunehmen ist eine große Aufgabe, die wir in unserem Leben haben. Es geht uns allen gleich, denn wir alle haben Angst vor Verlust, sei er nun verursacht durch eine Trennung oder den Tod. Wer es schafft, die quälende Gedankenmaschine auszuschalten, die immer wieder nach Gründen und Erklärungen sucht, kann Frieden finden. Geben Sie sich bei einem Verlust oder einer Trennung Zeit. Es wird dauern, bis Sie zu jeder komplett zu sich finden aber Yoga kann helfen, Klarheit in dieses Wechselspiel von Körper, Seele und Geist zu bringen.

Schlacht mit den Philister

israelDer Prophet Samuel salbt den Erwählten im Namen des Herrn. Dann beginnt der Neue von Widderhörnern nadelstichartig die Philisterarmee zu bekriegen. Es gelingen mehrere Siege. Der Königshof – so die Bibel – befand sich damals in Gibea, wenige Kilometer nördlich von Jerusalem. In rustikalem Outfit hält der König Hof im Freien unter einer Tamariske. Bewaffnet ist er mit einem Spieß. Die Soldaten der zwölf Stämme ruft Saul zusammen, indem er ein Rind zerstückelt und jedem Clan einen blutigen Fleischklumpen schickt. Begleitet wird er von David, einem Hirten aus Betlehem. Der hübsche Jüngling wird geholt, um den König, der an Depressionen leidet, mit fingerfertigem Zitherspiel aufzuheitern. Nebenbei dichtet der Musikus – er gilt als Verfasser der biblischen Psalmen – und steigt alsbald zum Offizier auf. Das erregt den Neid des Regierungschefs. „Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend“, jubelt das Volk. Also sinnt der Eifersüchtige auf eine böse Falle. „Bring mir 100 Vorhäute der Feinde“, verlangt er. David schleppt 200 an. Am Ende ist Saul so rasend vor Wut, dass er den Konkurrenten zu töten versucht. David flieht. Sein missgünstiger Dienstherrn taumelt derweil dem Untergang entgegen. Bei Tell Afek, dort, wo das Gebirge in die Ebene abfällt, kommt es zur erneuten Schlacht mit den Philister. Und wieder endet sie in der Katastrophe. Die gesamte Hebräerarmee wird zerrieben. Der König stürzt sich ins Schwert. Aber: Nicht eine einzige außerbiblische Quelle bezeugt Sauls Existenz. Was passierte damals wirklich? Zwar erhebt sich dort, wo Sauls Lehmschloss wohl stand, noch heute ein Ruinenhügel. Doch ausgerechnet dort verhindert eine Bauruine alle Forschung: Jordaniens damaliger König Hussein plante dort in den Sechzigerjahren eine Sommerresidenz.
Während des Sechstagekriegs stoppten die Israelis die Arbeiten. Nun vergammelt alles. Die Bibel dagegen kommt mit zahlreichen Details daher. Sie nennt sogar den Oberhirten von Sauls Viehheiden mit Namen. Niedergeschrieben wurde die Geschichte aber erst um 750 vor Christus. Noch bis etwa 470 vor Christus teilten die Priester daran herum. Dabei schlich sich ein verdächtig tendenziöser Ton in den Bericht. Saul ist ungestüm, jähzornig, fast wahnhaft. Selbst dem eigenen Sohn schleudert der Wüterich einen Speer entgegen. In einer anderen Szene gebärdet er sich als ekstatischer Tänzer. Er lässt sogar Priester töten. Viele Experten glauben, dass die Bibelautoren an dem Urkönig schlicht Rufmord begingen. Sie wollten ihn gezielt madig machen, um ihren eigenen Nationalhelden und Stammvater David, den mythischen Eroberer Jerusalems, umso mehr glänzen zu lassen.